Coregulierung – und das Gefühl, es vielleicht „zu viel“ zu machen
Ich habe mich vor Kurzem erst mit einer Mutter über das Thema Coregulierung unterhalten.
Darüber, wie anstrengend es manchmal sein kann, ständig „da zu sein“.
Warum und wie sehr uns Kinder nach einem langen Kindergarten- oder Schultag brauchen.
Und auch darüber, wie schnell man heute das Gefühl bekommt, man würde „zu viel begleiten“, wenn man Kindern emotional zur Verfügung steht.
Während dieses Gesprächs wurde mir wieder bewusst, wie oft Eltern das Gefühl haben, sie müssten sich entscheiden zwischen Nähe und Selbstständigkeit.
Denn Coregulierung bedeutet nicht, jedes Gefühl eines Kindes lösen zu müssen, es bedeutet auch nicht, Kinder dauerhaft abhängig zu machen oder ihnen jede Schwierigkeit abzunehmen.
Eigentlich bedeutet es etwas viel Einfacheres.
Und gleichzeitig etwas unglaublich Wichtiges!
Coregulierung – und das Gefühl, es vielleicht „zu viel“ zu machen
Ich habe mich vor Kurzem erst mit einer Mutter über das Thema Coregulierung unterhalten.
Darüber, wie anstrengend es manchmal sein kann, ständig „da zu sein“.
Warum und wie sehr uns Kinder nach einem langen Kindergarten- oder Schultag brauchen.
Und auch darüber, wie schnell man heute das Gefühl bekommt, man würde „zu viel begleiten“, wenn man Kindern emotional zur Verfügung steht.
Während dieses Gesprächs wurde mir wieder bewusst, wie oft Eltern das Gefühl haben, sie müssten sich entscheiden zwischen Nähe und Selbstständigkeit.
Denn Coregulierung bedeutet nicht, jedes Gefühl eines Kindes lösen zu müssen, es bedeutet auch nicht, Kinder dauerhaft abhängig zu machen oder ihnen jede Schwierigkeit abzunehmen.
Eigentlich bedeutet es etwas viel Einfacheres.
Und gleichzeitig etwas unglaublich Wichtiges!
Coregulierung bedeutet: „Ich bin da.“
Coregulierung bedeutet im Grunde runtergerbochen „Ich bin da.“
Und zwar mit meinem offenen Ohr, mit meiner Präsenz, und mit meiner Nähe, mit der Bereitschaft, mein Kind nicht alleine zu lassen mit dem, was es gerade fühlt.
Denn wir Menschen kommen nicht mit der Fähigkeit auf die Welt, starke Gefühle alleine regulieren zu können. Ganz im Gegenteil!
Ein Kind ist besonders in den ersten Lebensjahren darauf angewiesen, dass ein anderer Mensch ihm hilft, innere Spannungen, Überforderung, Angst, Traurigkeit oder Wut wieder in Balance zu bringen.
Das Nervensystem eines Kindes entwickelt sich erst über viele Jahre hinweg und kann starke Emotionen meist noch nicht allein einordnen, halten oder beruhigen. Sie brauchen ein Gegenüber, das ihnen Sicherheit vermittelt, nicht nur über Worte, sondern über Präsenz, Nähe, Stimme, Körperkontakt und über Beziehung.
Man kann es sich so vorstellen wie: „Ein ruhiges Nervensystem wirkt regulierend auf ein anderes“, sie brauchen einen Menschen, an dem sie sich orientieren können wie an einem Kompass, bis das eigene Innere langsam wieder die Richtung findet. Sie leihen sich in solchen Momenten gewissermaßen unsere Ruhe, bis sie ihre eigene wiederfinden können.
Aus entwicklungspsychologischer Sicht spricht man hier vom Begriff Co-Regulierung.
Und ja, das klingt im ersten Moment sehr wissenschaftlich, passiert aber unentwegt mitten in unserem Alltag.
Wenn zum Beispiel ein Kind weint und sich beruhigt, sobald es auf den Arm genommen wird, oder wenn sich ein Schulkind nach einem langen Vormittag wortlos an uns anlehnt. Oder auch wenn plötzlich kurz vor dem Einschlafen der ganze Tag aus einem Kind herauszusprudeln beginnt.
All das sind Momente von Regulation.
Montessori und Selbstständigkeit – eingebettet in Beziehung
Und vielleicht liegt genau hier auch ein sehr verbreiteter Irrtum, wenn über die Montessori-Pädagogik gesprochen wird, denn oft bleiben vor allem die Begriffe:
Selbstständigkeit, Freiheit und Eigenverantwortung in den Köpfen hängen.
Und ja, all das gehört zur Montessori-Pädagogik dazu, aber hier kann es uns auch passieren, dass dabei etwas ganz Wesentliches verloren geht.
Nämlich, dass Selbstständigkeit nicht im emotionalen Alleinsein entsteht.
Maria Montessori sprach immer wieder vom vorbereiteten Erwachsenen.
Von einem Menschen, der beobachtet, begleitet, Sicherheit vermittelt und dem Kind mit Ruhe und Klarheit begegnet. Und ich glaube, genau darin steckt so viel mehr, als wir heute manchmal daraus machen. Denn ein vorbereiteter Erwachsener ist nicht nur jemand, der eine schöne Umgebung schafft oder passendes Material anbietet.
Es ist auch ein Mensch, der emotional verfügbar bleibt, der wahrnimmt und der nicht sofort bewertet.
Der Sicherheit ausstrahlt, wenn im Inneren eines Kindes gerade alles in Bewegung ist.
Deshalb steht Coregulierung für mich auch überhaupt nicht im Gegensatz zur Selbstständigkeit.
Denn Kinder wachsen nicht sicher in die Unabhängigkeit hinein, weil sie möglichst früh alles alleine schaffen müssen, sondern weil sie immer wieder erleben dürfen, dass Verbindung verlässlich da ist.
Nach Kindergarten oder Schule – Verhalten ist oft Regulation
Gerade nach einem langen Kindergarten- oder Schultag wird oft sichtbar, wie wichtig Coregulierung eigentlich ist.
Denn Kinder leisten dort jeden Tag unglaublich viel!
Sie bewegen sich über Stunden hinweg in Gruppen, sie passen sich an, sie hören zu, sie lernen, sie warten, sie orientieren sich an Regeln, Abläufen, Geräuschen, Erwartungen und sozialen Situationen.
Puh …
und wahrscheinlich könnten wir diese Liste noch ewig weiterführen.
Und selbst wenn ein Vormittag nach außen hin „gut“ verlaufen ist, bedeutet das nicht automatisch, dass innerlich schon alles verarbeitet wurde. Viele Eltern erleben, dass ihr Kind nach dem Kindergarten oder der Schule erstmal Zeit brauchen.
Manche Kinder erzählen sofort los, andere werden dabei laut, wild oder gereizt und wieder andere ziehen sich zurück oder wirken plötzlich besonders anhänglich.
Und oft versuchen wir Erwachsene dann sofort herauszufinden was denn los ist.
Dabei ist dieses Verhalten häufig gar kein Zeichen dafür, dass etwas falsch gelaufen ist – Es ist Regulation.
Das Nervensystem versucht in diesem Moment nach einem intensiven Vormittag wieder in Balance zu kommen.
Und jedes Kind tut das auf seine eigene Weise.
Manche Kinder möchten zum Beispiel nach dem Abholen sofort auf den Spielplatz oder brauchen Bewegung und Aktivität, um Spannungen abzubauen.
Andere brauchen zuerst Nähe, Ruhe oder einfach einen sicheren Menschen neben sich.
Coregulierung zeigt sich auch so:
In einem gemeinsamen Heimweg, in einer langen Umarmung, in einer ruhigen Straßenbahnfahrt, während ein Arm über den Schultern des Kindes liegt.
Und auch ganz wichtig und nicht zu vergessen: einfach in dem Gefühl „Ich muss gerade nichts leisten. Ich darf einfach ankommen.“
Und leicht kann das Gefühl bei größeren Kindern entstehen, dass dieses Bedürfnis nach Nähe eigentlich schon „vorbei“ sein müsste.
Da wird der Schulweg plötzlich allein gemeistert, vieles funktioniert selbstständig, und trotzdem möchte das Kind sich dann doch wieder am Heimweg anlehnen oder einfach still Nähe spüren.
Aber genau das ist kein Rückschritt.
Es ist oft eher ein Schritt hinaus in die Selbstständigkeit – und dann wieder ein kurzer Schritt zurück in Verbindung und Sicherheit – als ganz natürlicher Teil der Entwicklung.
Denn immer dann, wenn Kinder innerlich wachsen, Neues bewältigen, Verantwortung übernehmen und draußen in der Welt größer werden, brauchen sie oft gleichzeitig auch wieder Momente, in denen sie auftanken dürfen.
Und wenn es uns als Eltern möglich ist, dürfen wir unseren Kindern diesen Raum auch weiterhin schenken, wenn sie ihn brauchen – ganz unabhängig davon, wie groß sie nach außen vielleicht schon wirken.
Wobei Nähe und Coregulierung natürlich nicht nur beim gemeinsamen Abholen nach der Schule stattfinden müssen. Oft geht es gar nicht um den perfekten Moment oder darum, immer überall verfügbar zu sein, sondern vielmehr um dieses grundlegende Gefühl:
„Da ist jemand, bei dem ich ankommen darf.“
Und irgendwann kommt dann ohnehin der Moment, in dem wir unsere Kinder gar nicht mehr abholen „sollen“ ; )
In dem Freund*innen wichtiger werden, eigene Wege entstehen und Nähe plötzlich ganz anders gelebt wird. Kinder zeigen uns hier oft sehr deutlich, wann es Zeit ist, wieder ein Stück mehr loszulassen. Und auch wir als Eltern dürfen dabei mitwachsen und erkennen, dass aus dem kleinen Kind langsam ein größeres wird, das uns zwar vielleicht anders, aber deshalb nicht weniger braucht.
Warum Kinder ihre Erlebnisse nicht sofort teilen können
Viele Eindrücke vom Tag wirken in den Kindern oft noch lange nach.
Gespräche, Geräusche, Konflikte, Erwartungen, neue Informationen, oder auch kleine Momente, die für uns Erwachsenen vielleicht gar nicht so besonders groß erscheinen würden.
Doch das Nervensystem arbeitet ständig weiter und versucht Erlebtes einzuordnen, Spannungen abzubauen und wieder in einen Zustand von Sicherheit und Ruhe zurückzufinden.
Und genau deshalb passiert Regulation auch oft noch nicht sofort.
Vielleicht kennen viele Eltern von euch auch diese Situation:
Man holt sein Kind ab, fragt voller ehrlichem Interesse „Wie war es heute in der Schule?“ oder „Wie war dein Tag?“ und bekommt erstmal nicht besonders viel zurück.
Ein kurzes „Gut.“, vielleicht ein Schulterzucken, oder einfach nur ein „Weiß nicht.“
Dieses Schweigen bedeutet häufig gar nicht, dass Kinder uns nicht teilhaben lassen möchten!
Hier fehlt einfach meist noch der Zugang zu all dem, was innerlich gerade verarbeitet wird und noch verarbeitet werden möchte.
Denn während wir Erwachsene meist schon gelernt haben, unsere Gedanken und Gefühle parallel zum eigentlichen Alltag einzuordnen, brauchen Kinder dafür oft erst Ruhe, Sicherheit und das Gefühl, jetzt wirklich ankommen zu dürfen und manches kann hier oft erst viele Stunden später seinen Weg nach außen finden.
Wenn Kinder genau dann erzählen, wenn es eigentlich schon Schlafenszeit ist
Der Tag ist eigentlich längst vorbei, es wurde schon zu Abend gegessen, die Zähne sind geputzt, Bett-fertig gemacht und eigentlich hofft man gerade nur noch darauf, dass jetzt langsam Ruhe einkehrt, die Augen der Kinder zufallen und man endlich selbst auch ein wenig runterfahren kann für seine Me-Time …
Und plötzlich beginnt das Kind zu reden – wie ein Wasserfall:
Von der Schule.
Von einem Streit.
Von etwas Lustigem.
Von einer Beobachtung.
Von einer Unsicherheit.
Von Dingen, die gefühlt den ganzen Tag irgendwo tief im Inneren mitgetragen wurden.
Vielleicht liegt man sogar schon auf der Couch, ist gedanklich längst in der eigenen Serie versunken oder freut sich einfach auf ein paar ruhige Minuten für sich und plötzlich steht da noch ein Kind im Türrahmen und sagt:
„Ah … was ich dir noch erzählen wollte …“
Und ich glaube, genau dieser Moment ist vielen Eltern unglaublich vertraut, weil da oft beides gleichzeitig da ist: das ehrliche Bedürfnis nach der eigenen Ruhe und gleichzeitig das Gefühl, dass da gerade noch etwas Wichtiges aus einem Kind herausmöchte.
Hier dürfen wir als Elternteil natürlich auch unsere eigenen Grenzen wahrnehmen, denn Coregulierung bedeutet nicht, jederzeit unbegrenzt verfügbar sein zu müssen oder die eigenen Bedürfnisse dauerhaft hintenanzustellen.
Auch wir haben ein Nervensystem, das irgendwann müde wird und auch wir brauchen Rückzug, Ruhe und Momente, in denen wir einfach nur wir selbst sein dürfen.
Und ich glaube, die Balance sieht und darf in jeder Familie ein wenig anders aussehen.
Deshalb habe ich angefangen abends ganz bewusst noch einmal Zeit für diese Gespräche zu suchen oder zu ermöglichen, bevor wirklich alle Lichter abgedreht werden.
Nicht als großes „Jetzt reden wir über Gefühle“ und auch nicht, weil immer etwas Besonderes vorgefallen sein muss, sondern einfach, um nochmal Raum entstehen zu lassen für Dinge, die vielleicht den ganzen Tag über irgendwo im Inneren mitgetragen wurden.
Und auch, weil ich weiß, dass danach irgendwann der Moment kommt, an dem ich nicht mehr nur Mama bin, sondern auch wieder einfach ein wenig Birgit sein darf.
Und oft entstehen genau dort die schönsten Gespräche, ganz plötzlich kommt dann noch ein: „Ah, was ich dir noch erzählen wollte …“ oder „Das will ich auch noch loswerden.“
Und manchmal merkt man richtig, wie Kinder innerlich dabei noch einmal etwas sortieren, aussprechen oder einfach nur teilen möchten, bevor der Tag wirklich abgeschlossen werden kann.
Es braucht auch nicht immer für alles eine Lösung oder eine große Reaktion.
Oft reicht einfach dieses Gefühl von, da ist jemand, der hört mir zu, bei dem ich mit meinen Gedanken noch landen darf, bevor der Tag zu Ende geht.
Wenn Coregulierung Kraft kostet
Und gleichzeitig kann Coregulierung auch sehr anstrengend sein.
Denn es bedeutet manchmal auch, dass wir unsere eigene Ruhe und Kraft zur Verfügung stellen, auch dann, wenn wir selbst eigentlich schon müde sind, wenn der Tag lang war und wir innerlich vielleicht schon längst an einem ganz anderen Punkt wären.
… Wenn wir Gefühle mittragen, wenn wir mitschwingen, mitfühlen und aushalten, dann spürt man dabei manchmal selbst plötzlich ganz viel …
Ich kenne das von mir selbst:
Dass ich Dinge, die mir jemand erzählt, manchmal fast im eigenen Körper nachempfinden kann. Dass sich ein Gefühl nicht nur „im Kopf“ zeigt, sondern wirklich spürbar wird.
Und genau dann braucht es auch diesen kleinen Moment des Innehaltens und sich selbst wieder bewusst werden und wahrzunehmen: Was gehört hier gerade zu mir und was ist das, was mein Kind gerade fühlt?
Gerade wenn wir sehr feinfühlig sind, kann es schnell passieren, dass wir sehr tief mitgehen.
Und hier liegt eine große zusätzliche Herausforderung von Coregulierung: und zwar mitzufühlen, ohne sich selbst zu verlieren.
Warum Kinder ohne emotionale Begleitung nicht stärker werden
Wenn Kinder dauerhaft erleben, dass starke Emotionen keinen Raum haben, dass sie nur „funktionieren“ müssen oder mit Überforderung alleine bleiben, entwickeln sie häufig nicht automatisch mehr emotionale Stärke, sondern Strategien, Gefühle zu unterdrücken, sich anzupassen oder sogar innerlich von sich selbst wegzugehen.
Nach außen kann das manchmal sogar sehr „unkompliziert“ wirken.
Doch Gefühle, die dauerhaft keinen sicheren Raum finden, verschwinden nicht einfach. Manchmal lernen Kinder stattdessen einfach nur sehr früh, mit allem alleine zurechtzukommen.
Und auch das ist etwas Wichtiges, dass wir Kindern langfristig mitgeben sollten:
Nicht die Fähigkeit, Gefühle möglichst schnell „wegzumachen“ oder immer sofort funktionieren zu müssen, sondern das Vertrauen, dass schwierige Momente vorbeigehen dürfen, dass Gefühle ausgehalten werden können und dass Beziehung ein Ort sein darf, an dem man sich sicher fühlt.
Denn Kinder, die immer wieder erleben:
„Ich darf mit meinem Inneren zu jemandem kommen.“, „Ich werde gehört.“, „Ich bin nicht falsch mit dem, was ich fühle.“ … entwickeln daraus oft etwas unglaublich Wertvolles.
Nicht Abhängigkeit – sondern innere Sicherheit!
Das ist auch der Grund warum Coregulierung und Selbstständigkeit für mich niemals Gegensätze waren!
Wir müssen als Erwachsener nicht jede Welle von unseren Kindern fernzuhalten, sondern ihnen immer wieder das Gefühl zu geben, dass sie in schwierigen Momenten nicht alleine durchs Leben navigieren müssen.
Und irgendwann wird aus diesem geliehenen Halt langsam etwas Eigenes.
Ein innerer Kompass, ein Gefühl für sich selbst und die Fähigkeit, nach Belastungen wieder in Balance zu finden.
Nicht, weil Kinder nie begleitet wurden, sondern gerade weil sie begleitet wurden!
Coregulierung hört nie ganz auf
Ich sage sogar, uns begleitet ein Teil von Coregulierung unser ganzes Leben lang, denn wenn wir ehrlich sind, hört Coregulierung eigentlich nie ganz auf.
Sie verändert sich nur im Laufe des Lebens und wird vielleicht auch weniger sichtbar, aber sie bliebt ein Teil unseres Menschseins.
Auch wir Erwachsene suchen in schwierigen Momenten oft ganz automatisch die Nähe anderer Menschen und möchten uns zum Beispiel etwas von der Seele reden.
Auch wir brauchen manchmal einfach eine Umarmung, einen verständnisvollen Blick oder jemanden, der einen Moment lang mitträgt, was sich alleine gerade zu schwer anfühlt.
Nicht unbedingt, damit jemand unsere Probleme löst, sondern weil Verbindung regulierend wirkt und weil es einen Unterschied macht, ob wir mit etwas alleine bleiben oder ob da jemand ist, der zuhört, mitfühlt oder einfach dableibt.
Coregulierung macht Kinder nicht „unselbstständig“, denn sonst wäre unser Ziel ja, dass ein Mensch irgendwann niemanden mehr braucht. Das kann es ja nicht sein!
Das Ziel ist vielmehr, dass Kinder nach und nach lernen, sich selbst wahrzunehmen, Gefühle einzuordnen und gleichzeitig die Sicherheit mitnehmen dürfen, dass Verbindung etwas Tragendes sein kann.
Dass Nähe erlaubt ist und Hilfe okay ist und dass man nicht alles allein schaffen muss, um stark zu sein.
Denn „Hilf mir, es selbst zu tun“ bedeutete nie:
„Lass mich mit allem alleine.“
Sondern vielmehr:
„Begleite mich so, dass ich Schritt für Schritt meinen eigenen Weg finden kann.“
© Montessori-Online, Mai 2026 · Geschrieben von Birgit Salvenmoser dipl. Montessori-Pädagogin (Montessori-Akademie | ÖMG)
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